Was ist die Brennweite in der Fotografie?
Die Brennweite ist eine der wichtigsten Eigenschaften eines Objektivs und wird immer in Millimetern (mm) angegeben – wie zum Beispiel 35 mm, 50 mm oder 200 mm. Vereinfacht gesagt bestimmt die Brennweite zwei Dinge: wie groß dein Bildausschnitt ist (wie viel du von der Umgebung siehst) und wie nah du dein Motiv heranholst.
- Kleine Brennweite (z. B. 16 mm): großer Bildausschnitt. Du siehst extrem viel von der Umgebung, alles wirkt weiter weg. (Weitwinkel)
- Große Brennweite (z. B. 200 mm): kleiner Bildausschnitt. Du siehst nur einen winzigen Ausschnitt, aber das Motiv wird extrem nah herangeholt. (Teleobjektiv)
Die verschiedenen Brennweiten-Klassen im Überblick
Je nachdem, wie viel Millimeter auf deinem Objektiv stehen, teilt man sie in verschiedene Kategorien ein. Hier sind die wichtigsten, die du kennen solltest:
Ultraweitwinkel (ca. 10 mm bis 24 mm)
Diese Objektive bieten einen gigantischen Sichtbereich, der oft sogar über das hinausgeht, was das menschliche Auge auf einmal scharf sehen kann. Perfekt für: atemberaubende Landschaftsaufnahmen, weite Architektur oder enge Innenräume, wo man sonst einfach nicht genug aufs Bild bekommt.
Standardzoom (ca. 24 mm bis 70 mm)
Das ist der absolute Allrounder. Ein Standardzoom deckt den Bereich ab, den wir Menschen als „natürlich“ empfinden. Am kurzen Ende (24 mm) hast du ein gutes Weitwinkel, am langen Ende (70 mm) bist du schon im leichten Porträtbereich. Perfekt für: Reportagen, Hochzeiten, Reisen und den Alltag. Wenn du nur ein einziges Objektiv mitnehmen kannst, ist es das Standardzoom.
Telezoom (ca. 70 mm bis 200 mm oder mehr)
Ein Teleobjektiv funktioniert wie ein Fernglas. Es holt weit entfernte Dinge ganz nah an dich heran. Zudem hat es eine optische Eigenschaft: Es „verdichtet“ den Hintergrund, wodurch dieser viel näher an dein Motiv heranrückt. Perfekt für: Sportfotografie, wilde Tiere in der Natur oder um bei einer Hochzeit unbemerkt emotionale Momente aus der Distanz einzufangen.
Die magischen 35 mm (die Reportage-Brennweite)
Ein Objektiv mit einer festen Brennweite von 35 mm nimmt einen ganz besonderen Platz in der Fotografie ein. Es gilt als das ultimative Storytelling-Objektiv: Der Bildausschnitt ist weit genug, um die Umgebung und die Atmosphäre einzufangen, aber eng genug, um den Fokus nicht zu verlieren. Viele berühmte Reportage- und Street-Fotografen nutzen ausschließlich diese Brennweite, weil die Bilder extrem lebendig und „mittendrin“ wirken.
Was sind die besten Porträtobjektive?
Wenn du Menschen fotografierst, möchtest du zwei Dinge: Das Gesicht soll absolut natürlich und ohne Verzerrungen abgebildet werden, und der Hintergrund soll in einer wunderschönen Unschärfe verschwimmen. Weitwinkelobjektive fallen hier komplett raus, da sie Gesichter im Nahbereich unschön verzerren (die Nase wirkt riesig, die Ohren klein). In der Profi-Fotografie haben sich vor allem drei Festbrennweiten als die absoluten „Könige der Porträtfotografie“ durchgesetzt:
- Das 50-mm-Objektiv („The Nifty Fifty“): Der perfekte und oft günstigste Einstieg. Es bildet das Motiv fast exakt so ab, wie das menschliche Auge es sieht. Ideal, wenn du die Person zusammen mit etwas Umgebung (z. B. in einem coolen Café oder im Studio) zeigen willst.
- Das 85-mm-Objektiv (der absolute Favorit): Für viele Fotografen das beste Porträtobjektiv überhaupt. Du hast den perfekten Abstand zum Model, die Proportionen des Gesichts wirken extrem schmeichelhaft und die Hintergrundunschärfe (Bokeh) ist fantastisch.
- Das 135-mm-Objektiv (für den magischen Look): Ein absoluter Traum für Outdoor-Porträts. Durch die lange Brennweite wird das Model messerscharf vom Hintergrund isoliert, der zu einer unglaublich cremigen, fast malerischen Fläche verschmilzt. Du brauchst allerdings etwas Platz, da du ein gutes Stück vom Model wegstehen musst.